• Von der neuen Regierung sind keine Initiativen im Wohnungsbau zu erwarten

    Ein Kommentar von Theodor J. Tantzen

    BildDie ungleiche Verteilung sozialer Bevölkerungsschichten in Städten hat Tradition. Die jüngsten Versuche der Kommunen, in Stadtvierteln eine soziale Wohnvielfalt zu schaffen, sehen nur auf dem Papier gut aus. Die örtlichen Grundstückspreise lassen eine soziale Durchmischung im Quartier realitätsfern erscheinen.

    Immobilien in Metropolen verteuern sich um bis zu 30 Prozent

    Was passiert zurzeit innerhalb der Metropolen? Der Wert vorhandener Immobilien steigt beträchtlich – und diese Entwicklung wird in den nächsten Jahrzehnten so weitergehen. Prognosen besagen, dass in Städten wie Berlin, Frankfurt, Köln oder München bis 2020 mit Kaufpreissteigerungen bis zu 30 Prozent gerechnet wird (laut Immowelt-Kaufpreis-Progrnose). Grundstücke und damit Wohnen in den Städten wird für viele Bürger schlicht unerschwinglich.

    Familien finden in innerstädtischen Lagen schon jetzt kaum adäquaten Wohnraum – der Markt ist ausgerichtet auf einkommensstarke Singles und Paare mit „Double Income – No kids“. Eltern ziehen mit ihren Kindern in suburbane Regionen, suchen geeignete, größere Wohnungen an der Peripherie, die eine gute Verkehrsanbindung in die Zentren der Metropolen haben.

    Frei finanzierter Wohnungsbau findet immer mehr „auf dem Acker“ statt. Mit einer staatlichen Förderung? Nein, denn auch in ländlichen Regionen werden frei verkäufliche Grundstücke aus öffentlicher Hand erfahrungsgemäß immer zum Höchstgebot verkauft.

    Keine Wohnbauförderung zu erwarten

    Die Politik kennt dieses Problem seit Jahren, bietet aber immer noch keinerlei Lösungskonzepte an. Die Mietpreisbremse ist längst gescheitert. Aktuell lässt sich bilanzieren: Jeder Tag ohne eine Regierung ist auch ein Tag ohne Wohnbauförderung. Angesichts des 28-seitigen Sondierungspapiers der kommenden Großen Koalition lässt sich schon heute prognostizieren, dass sich daran auch mit einer neuen Regierung nichts ändern wird. Die großen Parteien haben sich selbst auf die wenigen wohnungspolitischen Ansätze, wie Freibeträge für die Grunderwerbsteuer und das Baukindergeld, nicht einigen können.

    Gehobene Wohnquartierskonzepte bieten maximale Wertsteigerung

    Mein Fazit: Die Immobilienpreissteigerungen in den Großstädten nehmen weiter an Fahrt auf. Wer in Großstadt-Immobilien investiert hat, kann sich einer Wertsteigerung seiner Anlage gewiss sein. Und auch wenn der Markt zurzeit suggeriert, selbst Investitionen auf dem platten Land wären lohnend, so empfehle ich doch immer auf Metropolregionen zu setzen, auch wenn die Kaufpreise dort höher sind.

    Theodor J. Tantzen, Vorstand der Prinz von Preussen Grundbesitz AG.

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    Expertenmeinung: Die Realität des Wohnungsmarktes – Preise steigen in den Städten um bis zu 30 Prozent

    veröffentlicht am 25. Januar 2018 in der Rubrik Presse - News
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