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    Dirk Harbecke, Chairman von Rock Tech Lithium, erläutert Hintergründe zum Lithiummarkt

    Das Corona-Virus beeinflusst massiv den weltweiten Handel. Fast die Hälfte der Container-Transporte von China nach Europa per Schiff wurde in den vergangenen Wochen storniert. Auch bei Schuttgütern wie Kohle oder Eisenerz geht fast nichts mehr. Erste Hersteller von Autos und Zulieferer mussten in Europa ihre Fabriken runterfahren, weil es ihnen an Vorprodukten fehlt. Aufgrund der langen Transportwege werden sich die Folgen der Produktionskürzungen in China erst in den kommenden Wochen im vollen Ausmaß zeigen.

    Wie stark die Autoindustrie von Zulieferern vor allem aus China und Südkorea abhängig ist, haben die jüngsten Schwierigkeiten von Audi und Mercedes verdeutlicht. Nach verschiedenen Medienberichten bekommen beide Konzerne die Produktion ihrer Elektro-SUVs nicht im gewünschten Umfang hochgefahren, weil es angeblich an Batteriezellen mangelt.

    Nicht umsonst sind bislang die großen Gigafactories in China und Südkorea angesiedelt, also genau dort, wo im großen Stil Elektro-Autos hergestellt werden. Bei Tesla sind es bislang die USA. Und ebenfalls nicht umsonst findet jetzt in Europa zeitversetzt eine ähnliche Entwicklung statt. Während die großen Volumen-Hersteller zunehmend vermehrt E-Autos produzieren möchten, ziehen Zulieferer wie CATL oder LG Chem große Batteriefabriken jetzt auch in Europa hoch.

    Lieferkette nicht gesichert

    Doch damit ist die Versorgungssicherheit längst noch nicht gewährleistet. Denn die Wertschöpfungskette beginnt bei den Batterierohstoffen wie Kobalt und Lithium. Bei beiden Metallen besteht bislang eine vergleichsweise hohe Lieferabhängigkeit von politisch nicht unbedingt stabilen Regionen. Bei Kobalt stammt ein Gros der weltweiten Produktion aus dem Kongo. Bei Lithium bildet das Dreieck Argentinien, Bolivien und Chile einen Schwerpunkt. Dort befinden sich umfangreiche lithiumhaltige Sole-Vorkommen.

    Die beiden Weltmarktführer Albemarle und Sociedad Quimica y Minera (SQM) fördern hier zusammen mehr als ein Viertel der weltweiten Lithium-Produktion. In Bolivien wurde vor nicht allzu langer Zeit Präsident Evo Morales aus dem Amt gejagt. In Chile gibt es immer wieder größere Proteste gegen die politischen Eliten. Auch Argentinien kann nicht unbedingt als politisch stabil bezeichnet werden. Außerdem ist die Gewinnung von Lithium aus den dort befindlichen Salzseen mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Und schließlich reicht die Qualität des Rohstoffs nicht durchgängig aus, um daraus auch Hochleistungs-Batterien zu fertigen.

    Demgegenüber verfügt aus Hardrock-Gestein gewonnenes Lithium über zwei entscheidende Vorteile: Zum einen ist die Qualität des Materials in der Regel besser. Zum anderen befinden sich die grossen Vorkommen in politisch deutlich stabileren Ländern wie Australien oder Kanada – also nicht weit entfernt von der amerikanischen Autoindustrie.

    Schon vor dem Ausbruch des Corona-Virus wuchs der globale Handel langsamer als die Weltwirtschaft. Es fand also eine gewisse Dezentralisierung statt. Die Epidemie dürfte diese Entwicklung beschleunigen. Denn der Abriss von Lieferketten von Asien unter anderem nach Europa offenbart die Nachteile einer zu starken Globalisierung. Davon profitieren sollten vor allem Produktionsstandorte in politisch stabilen Regionen.

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    Rock Tech Lithium Inc.: Die Folgen von Corona – Dezentrale Produktion gewinnt an Bedeutung

    veröffentlicht am 2. März 2020 in der Rubrik Presse - News
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